Klein aber fein

Die Bauherrschaft hat dieses Kleinod in Hanglage mit fantastischer Aussicht für sich entdeckt. Allerdings lag bei der Substanz einiges im Argen, so dass eine Sanierung leider unumgänglich war. Sie haben aber die Chance genutzt und gleich Etliches modernisiert und neu gestaltet. Den Charakter des Gebäudes mit seinem fließenden Raum zu bewahren, war Ihnen aber immer ein wichtiges Anliegen. Die Gestaltung sollte schlicht bleiben, mit einem leichten Touch zum Industriellen und dem Weimarer Bauhausstil. Näheres beim Projekt Sanierung/Modernisierung Bungalow.

Kalender „Rockenberger Türen“

Anlässlich des dreijährigen Jubiläums von archiTektur WEIDE habe ich einen Kalender (2014/2015) mit dem Thema „Rockenberger Türen“ aufgelegt. Gezeigt werden hier insgesamt dreizehn Eingangstüren von denkmalgeschützten bzw. historisch bedeutsamen Gebäuden unterschiedlicher Charakteristik und Qualität.

Kaum ein anderes Element verleiht einem Gebäude mehr Ausdruck als die Tür am Übergang von außen nach innen. Funktional bietet eine Tür gewisse Sicherheit, Schall-, Wärme- und Sichtschutz, aber sie wird meist zu Repräsentationszwecken außenseitig auch aufwendig gestaltet. Hier gibt es natürlich große Unterschiede, die mit der Bedeutung des Gebäudes zusammen hängen. Achten Sie auf Details und wertschätzen Sie eine Tür, wenn Sie durch sie hindurch gehen!

Hintergrund für das Thema ist die Bedeutung des Zeichens bzw. Buchstabens Daleth, der an der Stelle des ersten T in „archiTektur WEIDE“ steht. Das Daleth ist der vierte Buchstabe im Hebräischen Alphabet. Abgeleitet aus der phönizischen Schrift geht seine Form auf die Darstellung einer geöffneten Zelttür zurück. Die Bezeichnung des Zeichens geht auf hebräischen Wort delet zurück, was soviel wie Tür bedeutet. Später entwickelte sich daraus das griechische Delta (Δ), das lateinisch D sowie die arabische Zahl 4. Die Verwendung dieses Zeichens lässt daher gewollt mehrere Interpretationsmöglichkeiten zu.

Großer Dachraum als Gästezimmer

Es gab zwei Kammern auf dem dem Dachboden, die nicht wirklich zu Wohnzwecken geeignet waren. Ein kleines Waschbecken, keine Toilette, niedrige Decken und keine gute Belichtung. Die Abseiten seitlich der beiden Kammern haben sich über die Jahre mit allerlei Unrat gefüllt. Das Treppenhaus führte zwar schon bis auf den Dachboden, aber man musste unter dem Schleppdach des Zwerchhauses schon etwas den Kopf einziehen.

Noch beim Ingenieurbüro Bell (Rockenberg-Oppershofen) angestellt, erhielt ich 2010 den Auftrag, dieses Dach einschließlich Dachstuhl komplett zu erneuern. Die Statik war eine Herausforderung, da die Lastabtragung entwurfsbedingt nicht mehr so funktionieren konnte wie bisher. Auch im Ober- und Erdgeschoss mussten Stützen in vorhandene Wände eingebaut werden, um die neuen Lasten bis auf die gemauerten Kellerwände zu führen. Haupt- und Zwerchhausdach wurden mit einer neuen Holzkonstruktion errichtet. Da das Objekt denkmalrechtlich Ensembleschutz genießt und die Dachstuhlerneuerung auch in einem Förderprogramm aufgenommen wurde, waren einige Entwurfsabstimmungen erforderlich. Für die Verkleidung der neuen Gaube, die von innen wie ein großer Fernseher wirkt, kam nur vorbewittertes Titanzinkblech in Frage. Um zusätzliche Lasten zu sparen aber trotzdem dem dörfliche Charakter gerecht zu werden, wurden naturrote Glattziegel anstatt Bieberschwanzziegel verwendet. Nähers beim Projekt Dachstuhlerneuerung.

Die Bauphase dauerte noch bis Juni 2011, so dass ich das Projekt als freier Mitarbeiter abgeschlossen habe.

Baulücke geschlossen

Das innerstädtische, relativ großzügige Grundstück wurde als zweiseitig eingefasste Hofanlage mit einem darin zentral stehenden Wohnhaus angelegt. Die dritte Hofseite wird durch grenzständige, zweigeschossige Nachbargebäude eingefasst. Man hätte mit einem Auto um das zentrale Gebäude drum herum fahren können, wären bis zur nachbarseitigen Brandwand nicht ein überflüssiger eingeschossiger Anbau und ein Schuppen an dem Zentralgebäude angebaut worden.

2007 stellte sich nun die Aufgabe, diese nachträgen Anbauten zu entfernen und die dadurch entstehende Lücke mit einem neuen Baukörper schlüssig zu füllen. Für den rückseitig vom Zentralgebäude gelegenen Gewerbebetrieb waren eine räumliche Erweiterung mit großzügiger, stützenfreier Lagerfläche und eine Garage für drei PKW gewünscht. Eine gewisse Herausforderung war die brandschutzmäßige Trennung zwischen Betrieb, Lager, Garage und Wohnhaus. Näheres beim Projekt Anbau Lagerhalle.

Dieses Projekt durfte ich im Namen des Ingenieurbüros Bell (Rockenberg-Oppershofen) bis zum Abschluss Ende 2009 betreuen.